Vogelgrippe

Fragen und Antworten zum Thema Vogelgrippe

1. Was ist die Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe – auch Geflügelpest oder aviäre Influenza genannt – ist vor allem eine Vogelkrankheit. Sie wird durch verschiedene Grippeviren (z. Zt. Influenzavirus A (H5N1)) übertragen und ist insbesondere für Hühnervögel (Hühner, Puten, Fasane u.a.) gefährlich. Je nach Grippevirus-Typ kommt es bei den betroffenen Vögeln zu leichten, schwereren oder auch tödlichen Erkrankungen. In Einzelfällen kann es auch zu einer Übertragung der Krankheit auf andere Tierarten und Menschen kommen.

2. Wie kann man sich mit Vogelgrippe anstecken?
In seltenen Fällen und nur bei engem Kontakt zu erkrankten Vögeln kann es zu einer Ansteckung von Menschen kommen. Ansteckend sind vor allem die Ausscheidungen erkrankter Vögel sowie mit Viren verunreinigter Staub in den Federn. Bisher gibt es nach Angaben der WHO keine Hinweise darauf, dass das Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch übertragbar wäre.

3. Wo gibt es die Vogelgrippe?
Die zur Zeit kursierende Vogelgrippe hat sich seit Ende 2003 hauptsächlich in Geflügelbeständen in Asien ausgebreitet. Im Verlauf des Jahres 2005 wurden auch aus Rumänien, Griechenland und der Türkei Erkrankungen bei Vögeln gemeldet. Sowohl in Asien als auch in der Türkei kam es zu einzelnen Erkrankungen bei Menschen. Eine aktuelle Übersicht über die von der Vogelgrippe betroffenen Länder findet sich auf den Internetseiten der Europäischen Kommission http://disasters.jrc.it/AvianFlu/.

4. Wie wird Vogelgrippe beim Menschen festgestellt?
Der Verdacht auf eine Erkrankung durch das Vogelgrippevirus besteht bei Menschen, die sich a) in einer Region aufgehalten haben, in der es nachweislich Vogelgrippe-Erkrankungen bei Tieren gibt, die b) Kontakt zu infiziertem oder erkrankten Vögeln oder Menschen hatten und c) entsprechende Beschwerden (u.a. hohes Fieber, Husten, Atembeschwerden) aufweisen. Zur Bestätigung, ob es sich tatsächlich um eine Vogelgrippe-Erkrankung handelt, werden dann Laboruntersuchungen vor Ort und in Speziallaboren durchgeführt.

5. Zu welchem Krankheitsbild führt das Vogelgrippe-Virus beim Menschen?
Das Vogelgrippe-Virus H5N1 führt zu einem Krankheitsbild, das einer Virusgrippe (Influenza) sehr ähnlich ist. Dabei kommt es zu plötzlich einsetzendem hohen Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl, Husten, Atembeschwerden und Halsschmerzen. Daneben können Glieder- und Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Bei einem Teil der Erkrankten führt die Krankheit zu einer Lungenentzündung, die auch zum Tode führen kann.

6. Wie wird eine Erkrankung behandelt?
Eine Erkrankung an Vogelgrippe wird wie jede Influenza mit speziell wirksamen Medikamenten, den sog. Neuraminidasehemmern wie Oseltamivir (Tamiflu®) und Zanamivir (Relenza®) behandelt. Diese Medikamente sollen verhindern, dass sich das Virus im Körper ausbreitet und können den Verlauf der Erkrankung mildern. Die Medikamente müssen unter ärztlicher Aufsicht möglichst bald nach dem Einsetzen der Beschwerden eingenommen werden.

7. Kann man sich gegen die Vogelgrippe impfen lassen?
Nein, zur Zeit nicht. Der normale Grippe-Impfstoff schützt nicht vor der Vogelgrippe. Trotzdem ist eine Grippe-Impfung zu empfehlen - insbesondere auch bei einem geplanten Aufenthalt in Regionen, in denen das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen wurde, da dort auch die normale Influenza auftreten kann. An einem neuen, auch gegen Vogelgrippe wirksamen Impfstoff für den Menschen wird intensiv gearbeitet.

8. Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
Bei Aufenthalt in von Vogelgrippe-Ausbrüchen betroffenen Ländern oder Regionen besteht die wichtigste Vorbeugemaßnahme darin, Kontakt zu lebendem oder totem Geflügel zu vermeiden. Insbesondere sollten keine Vogel- oder Geflügelmärkte besucht werden. Auf den Verzehr roher, nicht durchgegarter Eier(-speisen) und Geflügelprodukte sollte sicherheitshalber verzichtet werden.

9. Kann ich bedenkenlos Geflügelprodukte essen?
Zum jetzigen Zeitpunkt ist Deutschland frei von Vogelgrippe. Es besteht ein Importverbot für Geflügelfleisch aus Ländern, in denen Geflügelbestände von der Vogelgrippe betroffen sind. Da durch den Verzehr von rohen Eiern oder rohem Geflügel auch andere Krankheitserreger wie z. B. Salmonellen übertragen werden können, sollte Geflügel immer gut durchgegart (das Fleisch darf innen nicht mehr rosa sein) werden. Arbeitsmittel sollten vor und nach Zubereitung dieser Lebensmittel sorgfältig gereinigt werden. Grippeviren werden durch Erhitzen bei Temperaturen über 70°C abgetötet.

10. Was ist bei Auslandsreisen zu beachten?
Derzeit gibt es keine Reisewarnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Reisende in den von Vogelgrippe betroffenen Ländern sollten jedoch Tiermärkte und Geflügelfarmen meiden (s.o.).

11. Wie gefährlich ist Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe ist eine vor allem für Hühnervögel (Hühner, Puten, Fasane u.a.) gefährliche Krankheit. Die Übertragung der Krankheit auf ein Säugetier oder einen Menschen setzt einen engen Kontakt zu einem infizierten bzw. erkrankten Vogel voraus. In Asien und der Türkei sind in den vergangenen zwei Jahren Tausende von Vögeln erkrankt und ca. 160 Menschen mit schweren Erkrankungserscheinungen registriert worden (Stand 15.01.2006). Etwa die Hälfte dieser Patienten ist verstorben.

12. Was passiert, wenn in Deutschland der erste Vogelgrippe-Fall auftritt?
Für die Bekämpfung der Vogelgrippe gelten sowohl europaweite wie auch nationale Vorschriften. Grundsätzlich werden die betroffenen Vögel getötet und so beseitigt, dass von Ihnen keine Gefahr mehr ausgehen kann. Für den Ernstfall haben alle zuständigen Behörden Notfallpläne ausgearbeitet.

Quelle:  Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
            Roesebeckstr. 4-6, 30499 Hannover
            www.nlga.niedersachsen.de

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