Die Geschichte der Ortsfeuerwehr Stadtmitte

Am 20. Januar 1856 begann die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen Stadtmitte. Dieses hat allerdings nicht zu bedeuten, dass es in Göttingen seit 1856 eine Freiwillige Feuerwehr mit dem Namen „Stadtmitte” gibt. Denn erst nach den Eingemeindungen der einst selbstständigen Ortschaften Herberhausen am 1.4.1963, Geismar, Grone, Weende und Nikolausberg am 1.7.1964, sowie Deppoldshausen (gehörte zur Gemeinde Weende), Elliehausen, Esebeck, Groß Ellershausen Hetjershausen, Holtensen, Knutbüren und Roringen am 1.1.1973, bekam der damalige „Löschzug Mitte” nach Änderung der Satzung für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Göttingen seinem Namen „Ortsfeuerwehr Göttingen Stadtmitte”. Die Ortsfeuerwehr Göttingen Stadtmitte ist somit die so genannte Traditionsfeuerwehr der Stadt Göttingen. Aus der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen wurde die Ortsfeuerwehr Göttingen Stadtmitte, eine alte Wehr mit neuem Namen.

Bis wir in unserer heutigen Unterkunft am Hagenweg einquartiert wurden, sind wir von einem Ort zum anderen gezogen. Nach dem 2. Weltkrieg standen die Fahrzeuge des „Löschzuges Mitte” am Groner Tor in der alten Commende und später dann bei der Berufsfeuerwehr am Ritterplan. Räume für Unterricht oder Versammlungen gab es damals leider auch nicht, deshalb musste auf Gaststätten zurückgegriffen werden. Dort wurden dann die so genannten Übungsabende durchgeführt.

Auch die Einsatzfahrzeuge durften nicht von den Mitgliedern der Ortsfeuerwehren gefahren werden, sondern nur von den Kameraden der Berufsfeuerwehr und das auch nur mit einem besonderen Fahrbefehl.

Nach langen Bemühungen konnten wir - bis zum Einzug in die neue Unterkunft am Ritterplan - für Unterrichtszwecke einen Raum in der Gotmarstraße, im Anbau des Stadthauses (ein kleiner Sitzungssaal) benutzen. Als die Unterkunft am Ritterplan fertig war, unterbrachen wir für einige Zeit unsere weitere Suche nach einem festen Zuhause, da wir uns dort sehr wohl fühlten. Direkt vor der Unterkunft waren unsere vier Fahrzeuge in Hallen untergebracht. Wir waren sehr stolz auf unsere Unterkunft, die aus zwei Unterrichtsräumen, einer kleinen Küche und einem Geschäftszimmer bestand. Doch als dann die Stadtväter dieses Gebäude zum Sanierungsobjekt erklärten, war unser Traum geplatzt und wir mussten uns wieder eine neue Unterkunft suchen. Unser Ziel für die neue Unterkunft war der Hagenweg 2. Die Räumlichkeiten hatten sich verbessert, die Fahrzeughalle jedoch leider nicht. Hier mussten wir einen Tiefschlag einstecken, da in der so genannten Fahrzeughalle keine Heizung eingebaut war. Das hieß für uns, dass bei feuchter und kalter Witterung unser Fahrzeug und die Ausrüstung unbrauchbar waren.

Nachdem die Ortsfeuerwehr Stadtmitte und die Berufsfeuerwehr zusammen einige Einsätze gefahren sind, war auch die Bevölkerung davon überzeugt, dass eine Freiwillige Feuerwehr neben der Berufsfeuerwehr nicht schlecht sei. In der Folge wurde die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte zu nachstehenden Einsätzen alarmiert:

  • Im Mai 1974 beim Hochhausbrand in der Gosslerstrasse

  • Im August 1975 beim Wald- und Heidebrand in der Lüneburger Heide

  • Im August 1976 beim so genannten Müllhausbrand im Walkemühlenweg

  • Im Februar 1980 beim Brand der Marienapotheke (in Bereitschaft)

  • Im Februar 1980 beim Brand der Firma Segro

Hierbei muss man wissen, dass man damals nur per Telefon alarmiert wurde, da man Rücksicht auf die Bevölkerung nahm. Eine Alarmierung über Sirene war also undenkbar. 

Weitere Aufgabe unserer Feuerwehr war es, Feuerwehrsicherheitswachen zu stellen. So wurden schon damals über 350 Sicherheitswachen im Deutschen Theater, beim Zirkus und anderen Veranstaltungen auf dem Schützenplatz durchgeführt.

Zum 125jährigem Jubiläum im Jahr 1981 konnte sich die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte schon als starke Feuerwehr bezeichnen. Sie setzte sich aus 29 aktiven Kameraden und 20 Jugendfeuerwehrmännern zusammen. Die Jugendfeuerwehr wurde im Februar 1972 gegründet. Die Altersabteilung setze sich damals aus 24 Kameraden zusammen.

Seit dem hat sich in der Ortsfeuerwehr Stadtmitte nicht mehr viel verändert. 1994 bekam die Ortsfeuerwehr Stadtmitte ein neues Einsatzfahrzeug. Ein LF 8/6 auf Mercedes-Fahrgestell mit Ziegler Aufbau. Es ersetzte das bis dahin älteste Fahrzeug in der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen.

Am 20. Januar 2006 feierte die Ortsfeuerwehr Stadtmitte ihr 150jähriges Bestehen.

Heute besteht die Ortsfeuerwehr Stadtmitte aus 28 aktiven Kameraden, darunter zwei Frauen. Die Altersabteilung setzt sich aus 29 Kameraden zusammen.

Die linken Bilder zeigen die Feuerwache am Ritterplan, wie sie
früher einmal ausgesehen hat und die rechten, wie sie heute aussieht.
Fahrzeughalle Heute wird das Gebäude als Galerie genutzt
Unterkunftsgebäude  
Schlauchturm  
Bilder von der Unterkunft im Hagenweg 2:
links früher, rechts wie es heute aussieht
Unterkunftsgebäude  
Fahrzeughalle  
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